BMW und VW erhalten hohe Kartellstrafe, Mercedes-Informant frei

Mercedes hatte das Kartell zusammengeflickt, damit sie als Belohnung kein Bußgeld von der EU erhalten. Volkswagen, Audi, Porsche und BMW sind die Verlierer.

Natürlich haben alle Automarken nette Gespräche über die Umwelt, aber hin und wieder offenbart sich ihr wahres Wesen. Das bekannteste Beispiel dafür ist natürlich die Manipulationssoftware von Volkswagen, aber das ist sicherlich nicht die einzige Manipulation.

Volkswagen hat Dieselgate inzwischen weitestgehend hinter sich lassen können, doch nun wird die Marke von der EU-Kommission erneut fest auf die Finger geklopft. Und diesmal nicht nur Volkswagen, sondern auch Audi, Porsche und BMW. Die Deutschen sind wieder auf Kurs.

Es geht um Kartellbildung zwischen den Marken, die bereits 2017 bekannt wurde. Über den Einsatz von AdBlue sollen sich die Deutschen einvernehmlich verständigt haben, einem Stoff, der die Stickoxid-Emissionen begrenzt und damit die Diesel sauberer macht.

Die deutschen Marken hatten einfach keine Lust, miteinander um die saubersten Autos zu konkurrieren. Deshalb hatten sie vereinbart, die Autos nicht sauberer als unbedingt nötig zu machen. Sie haben sich also der Kartellbildung schuldig gemacht und die EU lässt sich nicht gerne täuschen.

Neben Volkswagen und BMW war auch Mercedes Teil des Kartells. Unglücklicherweise für die anderen Verschwörer beschlossen sie, den Schnatz zu spielen. Die Mercedes-Konkurrenten strahlten daher. Die Europäische Kommission hat nun ein Urteil gefällt: Insgesamt wird eine Geldstrafe von 875,2 Millionen Euro verhängt.

Davon entfallen 502,4 Mio. € auf den Volkswagen Konzern, die restlichen 372,8 Mio. € auf BMW. Für Unternehmen, die im vergangenen Jahr einen Nettogewinn von 8,8 bzw. 3,9 Mrd. Euro erzielt haben, muss das etwas zum Husten sein.

Mercedes beteiligte sich ebenso hart an dem Kartell wie Volkswagen und BMW, muss aber keinen Cent zahlen. Dies ist die Belohnung für die Judas-Rolle, die sie in dieser Geschichte gespielt haben. Ist das fair? Neu. Ist es verständlich, dass die EU dies tut? Ja, denn sonst hätte es wahrscheinlich gar keine Bußgelder gegeben.

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